BMBF-Verbundprojekt Elgygytgyn

Sedimentation im Elgygytgynsee (NO Sibirien) seit dem Pliozän - Tiefbohrungen im Rahmen des Intercontinental Scientific Drilling Program (ICDP)


Mit dem BMBF-Verbundvorhaben ICDP-Elgygytgynsee beteiligt sich Deutschland an einem internationalen Tiefbohrprojekt am Elgygytgynsee, einem etwa 110 km2 großen, 175 m tiefen See in einem 3,6 Mio. Jahre alten Meteoritenkrater im nordöstlichen Sibirien. Wichtigstes Ziel dieses Projektes ist es, aus der Zusammensetzung der zu erbohrenden Sedimente am Grund des Sees die Klima- und Umweltgeschichte der Arktis seit dem Pliozän erstmals lückenlos und mit einer sehr guten zeitlichen Auflösung zu rekonstruieren. Die Ergebnisse versprechen wesentliche Erkenntnisse darüber, wie die kontinentale Arktis auf die vergangenen Klimaänderungen reagiert hat und welche Veränderungen sie in der Zukunft erfahren wird. Daneben soll mit den unterlagernden Impaktgesteinen den Prozessen beim Meteoriteneinschlag nachgegangen und aus einer Landbohrung die Geschichte und Dynamik des Permafrostes rekonstruiert werden.

Das BMBF-Verbundprojekt besteht aus vier Teilprojekten, die von der Universität zu Köln (TP1: Paläolimnologie), dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven (TP2: Geophysik) und in Potsdam (TP3: Permafrost) sowie dem GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam (TP4: Geochronologie) betrieben werden. Während im Rahmen der TP2 bis TP4 ausschließlich wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt werden, ist im TP1 der Universität zu Köln zusätzlich die Koordination des Vorhabens angesiedelt. Die Koordinationsmittel schließen eine Beteiligung an den operationellen Kosten für die Gewinnung der Bohrkerne ein. Die dafür zur Verfügung gestellten Mittel werden vom AWI und vom GFZ aufgestockt. Weitere Beiträge zu den Logistikkosten werden vom International Scientific Drilling Program (ICDP) und von der amerikanischen National Science Foundation (NSF) zur Verfügung gestellt.